Kategoriearchive: Wintersport

Recherche/Dreh:  11. bis 13. 2. 2009

Der Monte Zoncolan in der Region Carnia, in den Bergen Friauls, gilt schon seit längerem als absoluter Geheimtipp unter Genussmenschen. Und Genuss bezieht sich in diesem Fall sowohl auf das Skifahren als auch auf die Kulinarik. Der Zoncolan ist ein Skiberg, der alle Klischees eines Winterurlaubs zu erfüllen vermag. Die sanft anmutende Pistenlandschaft befindet sich in hochgebirgiger Lage. Der Ausblick am Berg ist genial. Die Schneeverhältnisse sind meistens perfekt. Es gibt Pisten aller Schwierigkeitsgrade und wer mal einen Pausenschwung bei einer Skihütte wie der Refugio Tamai einlegt, begibt sich in ein kulinarisches Wunderland. Ja das verstehen die Italiener perfekt zu inszenieren und zelebrieren das auch selbst.

Die beiden Orte, die vor allem im Winter mit dem Monte Zoncolan untrennbar verbunden sind, sind Sutrio und Ravascletto. Sutrio besticht vor allem durch seine traditionelle Architektur und Kunstszene. Viele der Jahrhunderte alten Steinhäuser sind zu modernen Touristen-Unterkünften ausgebaut worden, die in einer ganz besonderen Hotelform, dem Albergo Diffuso Borgo Soandri, betrieben werden. Bei diesen Alberghi Diffusi gibt es keinen Hoteltrakt oder sonst wie in einem engen Bereich zusammenhängende Hotelgebäude, sondern bloß eine gemeinsame Rezeption und viele individuelle Häuser, die in der Ortschaft verteilt sind. Die Verpflegung basiert entweder auf Selbstversorger Basis oder in Form einer Halbpension mit Voucher, die man in verschiedenen Restaurants der Umgebung einlösen kann. Wirklich eine tolle Sache.

Jedenfalls führt von Sutrio aus die Passstrasse auf ein Zwischenplateau des Monte Zoncolan. Von dort weg führen dann die Lifte hinauf auf die Gipfel. Seit kurzem gibt es da oben auch ein neues Hotel, das Enzo Moro. Weitere Hotelprojekte sind in Planung. Trotzdem muss man nicht befürchten, dass der Monte Zoncolan zu einem Massenskigebiet verkommt. Eine andere Route führt von Ravascletto aus auf den Gipfel, nämlich mit einer Seilschwebebahn. Ravascletto ist übrigens auch eine ganz nette Ortschaft mit einigen wenigen, mittelgroßen Hotels und typischen, regionalen Bars. Sowohl Sutrio als auch Ravascletto sprechen ganz klar Touristen an, die Individualismus dem Massentourismus vorziehen. In beiden Gemeinden gibt es eine Reihe von Restaurants mit vorzüglicher regionaler Küche. Es fällt schwer, ein Lokal besonders hervorzuheben. Dennoch möchte ich die Trattoria alle Trote in Sutrio erwähnen, in der unglaublich gute Forellenspezialitäten aus der eigenen Forellenzucht kredenzt werden.

Das Skifahren selber ist am Monte Zoncolan wunderbar. Wie in Italien üblich gibt es zwar „Pistenautobahnen“, was aber alles andere als ein Nachteil ist. Perfekt präpariert sind sie vom Anfänger bis zum sportlichen Genussfahrer sehr gut geeignet. Und auch Tiefschneefahrer finden am Monte Zoncolan ihre Abfahrten. Was bei unseren Dreharbeiten ebenfalls positiv aufgefallen ist: Es gibt keine gemeingefährlichen Pistenrowdies, wie sie leider vor allem in Massenskigebieten zu Haufe anzutreffen sind. Wer am Monte Zoncolan Ski fährt, der sollte, nein der muss unbedingt in einer der Skihütten Pause machen und etwas von den angebotenen Speisen verkosten. Himmlisch. Ein Skigebiet jedenfalls in dem ich auch privat Skiurlaub machen würde.

Die Dreharbeiten zu den Videos mussten zweimal verschoben werden. Mehrere Adriatiefs durchkreuzten unsere Pläne brachten aber viel Schnee in die Region und noch mehr Schnee auf den Berg. Letztendlich hat es aber relativ gut geklappt. Bei den Takes am Skiberg selbst änderten Wolken und blauer Himmel ständig die natürliche Kulisse. Am letzten Drehtag in Sutrio zeigte sich das Wetter dann von der himmelblauesten Seite. Kälte und Wind ließen einem jedoch die Finger gefrieren. Aber: cosi come – es ist wie es ist ;-)

Video: Monte Zoncolan – Ski Paradies in Carnia
Video: Sutrio – Winter am Monte Zoncolan

Reportage/Dreh:  13. bis 15. 2. 2009

Nach dem letztjährigen Skibeitrag in Bovec bot sich uns in Kranjska Gora eine ganz andere Skiwelt. Und diese Bezeichnung ist wörtlich zu nehmen. Dank des alpinen Skizirkus, der Kranjska Gora, besser gesagt den Vorort Podkoren, als Weltcuport erwählt hat, und dank der, nur wenige Autominuten entfernten, mittlerweile auch weltberühmten Skiflugarena von Planica gibt sich hier eine internationale Gemeinde das wintersportliche Stelldichein. So spielt es sich in Kranjska Gora nicht nur tagsüber auf den Pisten ab, sondern auch abends und nachts, wobei die kulinarischen und gesellschaftlichen Angebote vielfältig sind.

Kranjska Gora ist aber nicht nur ein Wintersportort für schicke Leute, sondern auch für ganz normale Familien. Die meisten Hotels sind sogar darauf ausgerichtet. 4**** Häuser sind die Regel. Die Qualität ist standardisiert. Nebenbei gibt es aber auch einige Gustostückerln wie das Hotel Restaurant Miklič, das klein aber fein ist und zudem eine exquisite Gourmetküche zu bieten hat.

Skitechnisch sind die Hänge von Kranjska Gora nicht allzu schwierig. Nicht zu steil, gut überschaubar – meistens mit direktem Blick auf den Ort – und auch nachts dank Flutlichtbeleuchtung befahrbar. Die Weltcup Pisten von Podkoren sind da schon andere Kaliber. Sehr steil und meistens sehr hart. Für Könner eine Herausforderung, für Anfänger schweißtreibend. Wer lieber nordisch skilang läuft ist in Kranjska Gora auch sehr gut aufgehoben. Bestens präparierte Loipen aller Schwierigkeitsgrade  stehen den Langläufern zur Verfügung.

Was man sich unbedingt anschauen sollte ist die Skiflugarena in Planica, wo auf der großen Flugschanze die Helden der Lüfte in unvorstellbare Weiten entschweben. Wenn man am Ende des Aufsprunghügels beim relativ kurzen Abschwungbereich steht und nach oben Richtung Schanzentisch schaut, beginnen einem die Fuße zu zittern. Ich würde da nicht einmal mit Alpinski runter fahren wollen.

Für die Aufnahmen hatten wir jedenfalls fast perfektes Wetter. Nach Wochen des intensiven Schneefalles mit ungeheuren Schneemassen und einer anschließenden sintflutartigen  Regenwoche, die wieder Massen an Schnee „gefressen“ hat, lockerte es in der Woche unseres Besuches auf und bei noch sehr guten Schneebedingungen konnten wir unsere Aufnahmen machen. Unterkunft haben wir im Hotel Kompas bezogen, das zur Hit Casino Gruppe gehört. Ja und bei Miklič waren wir auch dinieren – wirklich ausgezeichnet!

Kranjska Gora Video