Ende August 2008 drehten wir zum ersten Mal in der Schweiz. Vom Schweiz Tourismus perfekt unterstützt (herzlichen Dank nochmals an alle!) starteten wir unsere Medienreise in Zürich. Unserer ersten Eindrücke: sauber, gepflegt und eine wirklich tolle Lage. Unsere ersten Gedanken: ja die Schweiz, das „gelobte Land“. Nur so weit vorab, diese Gedanken wurden im Laufe der Drehwoche mehr als bestätigt.
Unsere Partner in Zürich bauten uns gleich mit dem Wetterbericht auf. Im positiven Sinne, denn nach einer Schlechtwetterperiode ist für unseren Schweizaufenthalt Kaiserwetter vorausgesagt. Nach dem Lunch im Restaurant Zunfthaus zur Haue zeigte uns unser Guide Zürich im Schnelldurchgang. Logisch dass da Drehs in der mondänen und schwerreichen Bahnhofstrasse nicht fehlen dürfen. Bestimmende Szenenbilder sind dort Banken, Uhren- und Schmuckgeschäfte und alle anderen Edelmarken dieser Welt. Besonderen Wert legen die Zürcher aber auch auf ihre Altstadt. Zurecht. Die typischen mit Fahnen geschmückten Fachbauten, die endlos vielen Brunnen mit reinstem Trinkwasser und urgemütliche Plätze und Gaststätten bestimmen hier den Charakter der Stadt. Besonders hervorzuheben ist das öffentliche Verkehrsnetz. Mit blitzsauberen Straßen- und Standseilbahnen und Linienschiffen auf der Limmat und am Zürichsee kommt man nahezu überall relativ günstig hin. Und noch zur Kulinarik. Die ist für sich selbst einen speziellen Zürich Aufenthalt wert. Das Restaurant Lake Side am Zürichsee, in dem wir zu Abend gegessen haben, ist so ein Beispiel.
Wie immer bei unseren Drehs gibt es aber kein Verschnaufen. Bereits am nächsten Vormittag ist es mit der Eisenbahn nach Zermatt weiter gegangen. Die Schweiz hat das dichteste Bahnnetz weltweit. Die Züge sind sauber, bequem und pünktlich. Und die Streckenabschnitte sehr oft spektakulär. Vor allem die Gebirgstrassen. Die Strecke von Visp nach Zermatt, übrigens ein Teil des Abschnittes des Galcier Express, ist jedenfalls beim ersten Mal atemberaubend. So auch Zermatt selbst. Alleine die gigantische Gletscherkulisse lässt einem ehrfürchtig verweilen. Und der Anblick des Matterhorns mit seiner majestätischen Ausstrahlung ist überhaupt fantastisch. Ein gewisses Lustgefühl, dort rauf zu klettern, konnten wir nicht verleugnen. Die Takes auf fast 3.500 Meter Höhe haben uns dann aber schnell wieder auf den Boden der Realität geholt. Untrainiert geht dir da schlichtweg die Luft aus. Was man sich in Zermatt wirklich nicht entgehen lassen sollte ist der Besuch des Matterhornmuseums. Ganz einfach toll.
Nächstes Highlight der Medienreise war die Fahrt im Glacier Express von Zermatt nach St. Moritz. In dieser Richtung kann man sich in den Zügen auch relativ frei bewegen, was beim Filmen ja kein Nachteil ist. In der Gegenrichtung sind die Züge nämlich meistens voll. Den vorveranschlagten 7 Stunden Fahrzeit bin ich als Autofreund sehr skeptisch gegenüber gestanden. Zu unrecht. Die 7 1/2 Stunden sind wie verflogen. Solche Strecken machen Spass und Freude. Nicht so groß war unsere Freude jedoch über die Drehverhältnisse. Die Spiegelungen in den Panoramascheiben der Waggons waren ein aufnahmetechnischer Horror. Aber was soll´s. Die positive Seite überwog wesentlich.
St. Moritz ist natürlich eine andere Welt. Gleichwohl der Nobelort sogar noch ein wenig höher liegt als Zermatt, sind die beiden berühmten Orte nicht miteinander zu vergleichen. Da die Schönen und Reichen der Welt, dort die Hochgebirgsfreunde der Welt. Einen Einblick in den Engadiner Glamour haben wir gleich im Kempinski Grand Hotel des Bains gewonnen. Angenehme Erscheinung am Rande: Das Management des 5 Sterne Grals lebt eine offen freundliche Art, was das Kempinski sehr wohltuend von anderen mitunter sehr gespreizten Luxusunterkünften abhebt. Zeit zum Dreh war wie so oft zu wenig. Schade, ich denke wir konnte aber dennoch den Charme des Grand Hotels rüber bringen.
Bevor es dann wieder mit Zug nach Zürich zurück ging haben wir einen Abstecher nach Morteratsch gemacht, einen sehr beliebten Ausgangspunkt hochalpiner Wanderungen. Gedreht haben wir in der Alp-Schaukäserei, wo noch auf traditionelle Weise Käse hergestellt wird. Zwischendurch haben wir natürlich alle Köstlichkeiten probiert, die im Rahmen des bekannten Alp-Brunch angeboten werden. Wer dort in der Nähe ist, sollte sich diesen Brunch nicht entgehen lassen. Die Kalorien könnte man dann ja wieder am Morteratsch Gletscher abtrainieren. Wir sind aber danach mit dem Zug gleich wieder nach St. Moritz zurück gefahren, wo wir in der Metzgerei Heuberger einen Beitrag über das bekannte Bündner Fleisch drehten. Zuerst war ich einwenig enttäuscht, dass das Rohrindfleisch allesamt aus Brasilien und nicht aus der Schweiz stammt, der Fleischermeister überzeugte mich dann aber mit seinem Know How der Be- und Verarbeitung. Und spätestens in der Konditorei Hauser wurde dann auch klar, dass die Aufgabe der Schweizer Kühe ja vielmehr in der Milchproduktion liegt, aus der dann wieder leckerste Schokolade wird.
Zum ersten Mal haben wir dann in der Schweiz eine Zugverspätung erlebt. Am Weg zum Flughafen. Ist aber alles gut ausgegangen. Wir haben den Flieger rechtzeitig erreicht und sind mit tollsten Impressionen heim gekehrt. Und die Schweiz zählt fortan zu einem meiner Lieblingsländer.
Medienreise – Daten:
Montag 25.8.2008 – 11.25 Ankunft Zürich
Dienstag 26.8.2008 – 11.00 Abfahrt Zürich, 14.14 Ankunft Zermatt
Donnerstag 28.8.2008 – 10.13 Abfahrt Glacier Express Zermatt, 17.53 Ankunft St. Moritz
Freitag 29.8.2008 – 15.04 Abfahrt St. Moritz, 20.30 Abflug Zürich